Sri Lanka (10)

Heute ist der Abreisetag. Ich werde beinahe pünktlich um kurz vor Mitternacht von einem Minibus abgeholt. Dieser ist ganz für mich allein vorgesehen. Durch die Nacht fliegt die Landschaft an mir vorbei. Ich bin fasziniert, wie die Fahrer die ganze Zeit den richtigen Weg finden, obwohl es kaum Wegweiser gibt.

Nach einer guten Stunde Fahrzeit erreiche ich den Flughafen. Dort wird gleich zum ersten Mal das Gepäck und jeder Fluggast durch eine Sicherheitsschleuse gescannt. Anschließend geht es zum Checkin. Hier werden mir von der jungend Dame am Schalter überraschenderweise 3 Bordkarten, statt der erwarteten 2 überreicht. Ich bin überrascht und werde darüber informiert, dass der Flug von Colombo nach Abu Dhabi vermutlich verspätet sein wird und ich deshalb den Anschlussflug in Abu Dhabi verpassen werde. Aus der geplanten Route Colombo → Abu Dhabi → Düsseldorf wird nun also Colombo → Abu Dhabi → Berlin Tegel → Düsseldorf.

Schließlich startet der erste Flug von Colombo wirklich ca. 30 Minuten später als geplant, verläuft dann aber ohne weitere Vorkommnisse und so erreiche ich Abu Dhabi. Dort gelange ich auch wieder zu den bereits von der anreise bekannten Warteschlangeneinweiser. Es ist in diesem Moment 8.20 Uhr und um diese Uhrzeit soll auch schon das Boarding für den Anschlussflug beginnen. Nach einem kleinen Sprint quer durch die Hallen des Flughafens erreiche ich den Beginn des Boardings zum Anschlussflug rechtzeitig, finde meinen Sitzplatz im Flugzeug und werde dort nach Abschluss des Boardings mit den anderen Fluggäste darüber aufgeklärt, dass sich der Abflug noch etwas verzögern wird.

Ich glaube, es war fast eine ganze Stunde, die der zweite Flug dann Verspätung am Start hat. Ich versuche etwas zu schlafen, was mir nicht so richtig gelingt.  Also muss das Bordunterhaltungsprogramm herhalten – ich schaue mir Filme an. Zunächst „The Nice Guys“ – ein ziemlich sehenswerter und unterhaltsamer Kriminalfilm. Im Anschluss die Fortsetzung von „Independence Day“ – was für ein [bitte entschuldigt den Ausdruck und vermeidet es, diesen Film zu sehen] unrealistischer Kackfilm. Ab und zu nicke ich mal ein und so kommt es, dass dann gegen 13:40 Uhr Ortszeit die Landung in Berlin Tegel erfolgt.

Was ist das kalt hier. Nach erfolgter Passkontrolle muss dann erstmal eine Toilette herhalten, um den Wechsel zu einer langen Hose zu vollziehen. Ansonsten – Tegel ist ja schon von früheren Flügen bekannt – hier gibt’s also nichts Neues zu entdecken. So gehen dann die verbliebenen 45 Minuten bis zum dritten Boarding rum. Im Flugzeug entdecke ich dann unter die Fluggäste gemischt: Das Personal vom vorherigen Flug von Abu Dhabi nach Berlin. Ich habe allerdings wieder vergessen zu fragen, was passiert, wenn jemand kurz vor dem Start eines dieser „verbannten“ Samsung Galaxy Note 7 (richtig?) aus der Tasche zieht. Aber genauso ereignislos verläuft ansonsten auch der Flug und ich erreiche den Flughafen Düsseldorf.

Es ist mittlerweile 16.40 Uhr, als ich die Gepäckausgabe erreiche und dort die ersten Koffer verteilt werden. Doch irgendwann bleibt dieses Förderband stehen. Es sind keine Koffer mehr übrig. Ich bin nun etwa seit 24 Stunden ununterbrochen unterwegs, um dann in einer Warteschlange vor dem „Lost & Found“ – Schalter am Düsseldorfer Flughafen zu stehen. Zumindest bin ich nicht allein. Man sagt mir schließlich, dass mein Koffer in Berlin stehengeblieben ist. Er soll mit einem späteren Flug nachgeliefert und bis zur Haustür gebracht werden. Ich bin beruhigt, dass zumindest bekannt, dass bekannt ist, wo der Koffer steht und der Koffer es immerhin so weit geschafft hat.

Ich vertraue den Aussagen einfach mal und begebe mich mit der Bahn auf den Weg von Düsseldorf in Richtung Köln. Dort angekommen hüpfe ich noch schnell zum Rewe und falle dann auf meine Couch. Ich habe mich die ganze Zeit auf ein kühles Pils gefreut…

Sri Lanka (9)

Dies ist der wohl letzte Tag. Also habe ich wohl keine andere Wahl, als diesen wieder einmal im Urlaubsmodus (faul) auf einer Liege im Garten des Hotels zu verbringen. Anfangs beschleichen mich noch ein paar Zweifel, ob ich das wirklich über den ganzen Tag durchführen soll, oder doch noch die begehbare Dagoba in Kalutara besichtige.
Wie sich später herausstellt, vergeht dieser Tag wie im Flug und plötzlich kommt der Sonnenuntergang schneller als gedacht und es ist zu spät, um die Dagoba zu besichtigen – ich werde wohl diese Insel noch ein weiteres mal besuchen müssen. Somit habe ich den Tag komplett im Urlaubsmodus verbracht.
Ich kann hierbei beobachten, dass sich das Hotel wieder füllt. Die zum Großteil bereits abgereisten Chinesen werden ersetzt durch insgesamt ungefähr 400 neue Gäste aus Sri Lanka, die von Ihrem Chef für gute Leistungen einen zweitägigen Aufenthalt im Hotel mit jeweiliger Begleitung spendiert bekommen haben. Ich bekomme hierzu auch den Insidertipp möglichst früh zum Abendessen zu kommen.
Nach dem ausgiebigen Abendessen auf der Terrasse fällt mir auf, dass ich meinen Koffer noch packen muss, denn leider werde ich an diesem Tag schon um 23.30 Uhr in Richtung Flughafen abgeholt.
Ich lasse den Urlaub ausklingen, indem ich noch etwas Bier im Hotelgarten genieße und am Zaun zum Strand dem Meeresrauschen lausche. Hierbei fällt mir auf, dass den ganzen Urlaub über (vemrutlich aufgrund der tropischen Luftfeuchtigkeit) keine Sterne am Himmel zu sehen sind – nur der verschwommene Mond. Auf Wiedersehen!

Sri Lanka (7)

Heute werden die Wunden geleckt, die man sich gestern auf der Rückfahrt zugezogen hat. Sprich: es wird ein fauler Tag verbracht. Auf der Liege. Im Garten. Im Schatten. Mit Meeresrauschen. Mit dem ein oder anderen Bad im Meer.

Maik und Tschick fahren mit dem Skoda übrigens noch immer durch Brandenburg. Und die chinesischen Damen lassen sich noch immer am Zaun zum Strand die bunten Tücher demonstrieren (auf dem Bild noch ohne die Kundinnen zu erkennen) und versuchen reihenweise am Strand die untergehende Sonne festzuhalten. Mittlerweile sind auch Russen angereist. Die versuchen den Chinesen das mit den Fotos und der untergehenden Sonne nachzumachen. Ich amüsiere mich darüber.