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Diskussionen unterwegs

Eine Geschichte von unterwegs hab ich da gerade noch auf Lager. Allerdings ereignete diese sich schon vor einigen Wochen und daher kann es sein, dass ich in wenig die Fakten verdrehe. Obwohl mir im Grunde genommen nichts ferner liegt als das.
An jenem Morgen befand ich mich wieder in der Regionalbahn auf dem Weg zur Uni war es mal wieder so weit: Eine Herde Pferde (dieser Rhyme ist fett!) blockierte die Gleise zwischen Mölln und Büchen, als Sie wahrscheinlich auf Reitersuche waren. Das soll den Pferden auch unbenommen bleiben. Ich habe damit kein Problem.
Kein Problem hatte ich ebenfalls mit dem Ausreißversuch zusammenhängendem Zwangsstopp der Bahn in der Eulenspiegelstadt Mölln. Es war schließlich ein sonniger Vormittag, den ich an der frischen Luft für eine ausgiebige Zigarettenpause nutzte. Doch andere Leute, gesetzteren Alters, nutzten die Pause anders: Sie klagten über die Verspätung und daß solche Verzögerungen “jedes mal” auftreten würden, wenn Sie mit der Bahn fahren würden. Die Betonung lag hierbei auf den Worten “immer” und “jedes mal”. Es begann eine Schlacht der Scheisshausparolen.
Bis, was ich eigentlich erzählen wollte, ein mir nicht persönlich bekannter mitreisender Pendler die Initiative ergriff und die nörgelnd revolutionierende Rentnermeute verbal artikulierend und nichtgestikulierend darniederstreckte und zum Schweigen bis zum Ende der Bahnfahrt verurteilte.
Ohne dabei gewesen zu sein ist diese Geschichte wohl nicht annähernd auch nur halb so komisch, wie real erlebt. Deshalb sei an dieser Stelle nur erwähnt, dass ich mit lediglich 4 (in Worten: “vier”) Minuten Verspätung Lüneburg in ausgezeichneter körperlicher Verfassung erreicht habe.

Wieder eine Enttäuschung

Heute morgen war ich noch voller Erwartungen. Doch wieder mündeten diese in einer Enttäuschung, aber auch in einer neuen Erkenntnis. Das Sprichwort: “Kaum ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf den Tischen” ist so leider nicht einfach auf die Deutsche Bahn übertragbar. Dort fehlt zwar seit einigen Tagen endlich der Chef, also die Katze, der die Emails Mäuse abgegefangen hat. Aber dennoch hatte ich heute mehr erwartet. Alle Mäuse Mitarbeiter machen da ordentlich ihren Dienst, ohne das etwas aufregendes passiert. Dabei war heute die große Möglichkeit, wenn mal irgendjemand mal in den Kalender geschaut hätte.
Zumal ich noch am vergangenen Wochenende in der Lokalzeitung gelesen habe, dass in Krisenzeiten, wie Sie ja nun zur Zeit weltweit aufs deutliche heraufbeschworen wird, Späße wieder groß in Mode kommen. So sagen jedenfalls anerkannte Psychologen, laut dem Lokalzeitungsartikel.
Heute hätte man doch wohl mal anstatt der öden Abfahrtszeiten etwas spaßiges auf die nach dem Umbau des Bahnhofs so hochmoderne neue Anzeigetafel schreiben können. Meine Vorschläge wären zum Beispiel:

  • Heute bei Kalli’s Imbiss: Jede Currywurst mit Pommes nur 0,75 €
  • Heute leider kein Bahnverkehr!
  • Tschö’ Hartmut! War schön mit Dir! Komm’ bald wieder nach Hause!
  • Zu jeder 1. Klasse Fahrkarte heute 2 kg Rindermett gratis dazu!
  • Alle vor dem 31.03.2009 gekauften Fahrkarten verlieren Ihre Gültigkeit!
  • Heute Nacktbahnfahrtag!
  • 1.000 € Sofortentschädigung bei Verspätung am heutigen Tag!
  • Heute Selbstfahrtag. Steuern Sie den Zug mit einem Führerschein Klasse III
  • 13:37 Uhr, Gleis 9¾ Der Sonderzug nach Pankow

Tja, Chance vorbei. Aber vielleicht wird die Krise ja noch schlimmer, dass der Humor auch mal bei der Deutschen Bahn ankommt.
Stattdessen muss ich soeben lesen, dass seit heute morgen um 6 Uhr Ortszeit jegliche Art von Netbooks, Notebooks, Laptops und PDAs in Zügen der Deutschen Bahn verboten sind. (Zuverlässige Quelle). Da habe ich wohl Glück gehabt, dass in der Regionalbahn zwischen Lübeck und Lüneburg heute kein Kontrolleur anwesend war. Angeblich soll das dauerhafte Tippen auf den oben genannten Geräten andere Reisende stören, die sich in der Vergangenheit darüber zahlreich beschwerten. Kurz nachgefragt, bekam ich heute in Lüneburg von Bahnseite offiziell bestätigt:

Diese Aussagen sind durchaus richtig. Die Bahn kann sich sowohl im Nah- als auch Fernverkehr nicht mehr vor der Flut der eingereichten Beschwerden verstecken. Dieses Problem sei nach den Verspätungen das zweitwichtigste Problem im Konzern.
Weiterhin wird ergänzt: Auch die kleinen Computer unseres Bordpersonals zum kontrollieren der Fahrkarten sollen schrittweise abgeschafft werden. Es ist ein Downsizing in den kommenden zwei Quartalen bis Ende Oktober geplant. Noch im laufe des Jahre werde das gesamte Bordpersonal wieder mit den nötigen Papieren und Stiften ausgestattet. Dazu wird auch in Kauf genommen, dass an Bord der Züge keine Kartenzahlung mehr möglich sein wird. Wir bitten unsere Fahrgäste sich zeitnah darauf einzustellen.
Auch der Verkauf von Online-Tickets wird in den kommenden Wochen neu geprüft. Dazu werden Fahrgäste in den entsprechenden Medien umfassend informiert.

Eine Zugfahrt, die ist lustig

Glaubt mir, es gibt wirklich nicht viele schönere Erlebnisse, als am Ende des Wochenendes am späten Nachmittag mit einem Intercityexpressturbozug quer durch den Ruhrpott zu schlendern. Es fallen einem die schönsten Sachen auf. Aber erst einmal die persönlichen Grüße: Ike, Michi, Sven – danke für ein sehr schönes Wochenende! Es war wirklich amüsant und spaßig. Danke auch an Ruth (mit oder ohne ‘h’?) für den leckeren Wein und Käse! Ach, Becki: Ich wollte dir noch sagen, daß ich glaube, daß der Bismarck einfach so im Urlaub war und die dann einfach ohne den weitergespielt haben. Der Kaiser war schon in Ordnung. Doch zurück zum Text.
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