Ich las einst im Internet:

Wenn Marusha doch bloß dumm wäre. Man hofft so sehr, dass sie einfach dumm ist, denn dann wäre: alles klar. Leider ist Marusha eventuell nicht dumm, jedenfalls nicht vorrangig.

In der “Welt” vom 15. Juni 2013 ist ein Interview erschienen mit Marusha. Marusha ist eine DJane, die in den 1990er Jahren bekannt geworden ist durch ihre Coverversion von “Somewhere over the rainbow” (unverständlich) sowie gefärbte Augenbrauen (absolut verständlich (für mich jedenfalls)). Sie empfiehlt in diesem Interview eindringlich, Angela Merkel zu wählen, was selbstredend völlig legitim ist. Das Problem aber ist, wie Marusha Merkel empfiehlt, mit welchen Begründungen sie das tut und welche Haltung sich dahinter verbirgt. Und das Problem wird groß und größer, wenn man davon ausgehen muss, dass Marusha nicht allein ist. Im Gegenteil, zieht man Marushas Wirrnis ab (was nicht leicht ist), dann handelt es sich nach meiner Einschätzung zum Gutteil um mehrheitsfähige Meinungen, wenn auch im Interview umpuschelt von einer milden Form des Irrsinns.Sascha Lobo

Herr Lobo,
kommen wir auf den Irrsinn der Kernfrage des Artikels zurück: In welcher Wirrnis ist es dem Irrsinn eines Mannes mit einem ketchuproten Irokesen als Frisur geschuldet, über die (in den 90ern) gefärbte Augenbrauen einer Person (die in den 90ern mit Techno-Musik (Obacht[!]: Techno in den 90ern!) bekannt wurde) zu philosophieren?
Die 90er warn mit Abstand DAS Jahrezehnt des unendlich guten Geschmacks! Die heutige Mode wird dem in keinester Weise gerecht. Wenn Sie wüßten, welche Mode ich damals durch die Schulgänge zur Schau tragen durfte (mit Marusha im Walkman!). Da kommt meine heutige biedere Anzugträgerei nie im Leben mit. Ich versteh nicht, wie seh Ihnen da gefärbte Augenbrauen unverständlich sein können.