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Grundlagenpolitik & ewige Schönheit

Geprüft drogenfrei!

Ich dachte mir so, ich könnte ja mal wieder etwas erzählen. Den Monat vielleicht in einer Revue erneut passieren lassen. Also plauder‘ ich doch mal wieder eine Kleinigkeit aus dem Realleben heraus. Das soll mir mal unbenommen bleiben.
Aufgrund einer Urlaubsreise war ich temporär in den Besitz eines Automobils gekommen. In dieser temporären Zone eignete sich zudem ein Hund über Nacht meine Handschuhe an – für einen kleinen Mitternachtssnack. Missgelaunt aufgrund dieser Tatsache und der damals noch herrschenden Aussentemperatur von -5° begab ich mich also statt mit dem Fahrrad mit dem verfügbaren Automobil zur Arbeit. Doch bevor es los ging wurde noch schnell Pipi gemacht…
Doch hätte ich das mal lieber nicht gemacht – also das Auto zu nutzen, der Rest wäre sonst wahrhaftig in die Hose gegangen. Denn, wie schon Fettes Brot es nannten, „bremste mich ein Peterwagen aus“, was sich in Wahrheit nur als eine Polizistin mit der berühmten Kelle in der Hand herausstellte, welche mir vom Strassenrand aus gewunken hat. Da konnte ich schon gar nicht mehr anders als anzuhalten.
Mit ihrem scharfen Blick uns Sinn fürs Detail stellte die junge Beamtin in Windeseile fest, daß der so genannte Tüv seit einem Monat überfällig sei, ich keinen Fahrzeugschein mit mir führte, ein Verbandskasten zwar vorhanden – aber nicht mehr haltbar war und das ein Warndreieck vorhanden ist. Drei dieser Dinge wurden auf einer Mängelkarte notiert und waren dann zu beheben.
Mit dieser Mängelkarte in der Hand war ich schon in Gedanken auf der Weiterfahrt, begann einen Multivitamindrops zu lutschen und wunderte mich, als plötzlich meine allgemeine Fahrtauglichkeit hinterfragt wurde. Ein entschiedenes „Ihgitt, doch nicht am Sonntagmorgen“ als Antwort auf die Frage, ob ich Alkohol getrunken hätte führte zwar zu einem kurzen schmunzeln im Beamtengesicht, schützte mich jedoch nicht davor ein 0,00‰-Ergebniss in ein amtliches Promillemessgerät zu pusten. Doch es wog immer noch schwerer, meinen letzten Multivitamindrops in die Kanalisation gespuckt haben zu müssen. Zumal ich mich erneut schon auf der Weiterfahrt befand – jedenfalls rein gedanklich.
Denn praktisch wurde nun nach meiner Jugend, beziehungsweise nach dem Zeitpunkt meines letzten Drogenkonsums gefragt. Da ich nun auch nicht mehr so recht Lust hatte zur Arbeit zu fahren, stimmte ich in jugendlichem Leichtsinn, allgemeiner Neugierde und einem reinen Gewissen zu, einen Drogenschnelltest zu machen. Ich vergaß die Tätigkeit, die ich kurz vor meiner Abfahrt noch gemacht hatte… So stand ich also an der Fassade einer vor Jahren geschlossenen Diskothek und hielt einen Plastikbecher in meiner Hand. Doch nichts geschah. Es mag wohl auch an der Temperatur gelegen haben…
Man kam sich schon ein wenig kriminell vor, vor allem wenn man dann den ein oder anderen Gaffer bemerkte. Was die wohl über mich gedacht haben? Als dann wenige Tropfen später viele Striche auf den Teststreifen nach scheinbar ewigen Minuten ausblieben zweifelte ich ein wenig an meinem blütenweissen Gewissen, wurde aber amtlich aufgeklärt, dass die Tests nicht bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt nicht funktionieren. Als hätte man das nicht auch vorher wissen können. Mit produzierten Resten wurde ein zweiter Test im Streifenwagen gemacht und schwupp zeigten sich alle Streifen an Stelle wo Sie sein sollten. Erleichterung, die auf die Blase drückte machte sich breit…
Und schon konnte ich – leicht verärgert über den verlustig gegangenen Genuss eines Multivitamindrops – mit 3/4-stündlicher Verspätung meine Fahrt zur Arbeit fortsetzen. Dort gings erst an die Kaffeemaschine und dann aber hopp hopp fix aufs Töpfchen – amtlich geprüft drogenfrei. Ich bin erleichtert!

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