Hoppla, das Jahr ist beinahe zu Ende, da werde ich es mir nicht nehmen lassen, auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Jedenfalls machen das die großen Fernsehsender (privat und öffentlich-rechtlich) so – und auch bei mir ist es schon seit Jahren gelebte Tradition! Und außerdem sitze ich gerade in einem ICE der Deutschen Bahn zwischen Hannover und Bonn – mit gerade mal guten 3 Stunden Verspätung! (Notiz an mich selbst: Heute abend „heute“ einschalten lassen und morgen eine BILD-Zeitung kaufen). Also, das waren die 12 Monate des Jahres 2009 aus meiner Sicht:

  1. Januar – Ich vermute, soweit ich mich auf die Schnelle erinnere, begann das Jahr sehr ruhig ohne bsondere Vorkommnisse. So solls sein, der Januar erhält deshalb die Note 2+ von mir.
  2. Februar – Jawoll, kaum waren die fälligen Klausuren an der Uni geschrieben ging es hoch motiviert in das ferne Ausland: London calling! Endlich kam auch ich in die Vorzüge des in Lübeck ansässigen Flughafens. Aus London selbst – meinem minimalistischem Hotelzimmer etc. – hatte ich ja schon ausführlich berichtet… Schön wars, deshalb bekommt der Februar, auch wegen des von mir nicht gefeierten Valentinstag, von mir die Note 1-!
  3. März – Haute Cuisine, exquisiete Amuse-geules, frisch zubereitete Speisen, extravagante Cocktails, die oberen 10.000 der Stadt, Prominente und die neuesten Pop-Hits – All diese Sachen findest du nicht in der „Weltwirtschaft“. Dafür ist die „Weltwirtschaft“ allerdings ein ziemlich geiler Laden und dein neues Wohnzimmer. Ich arbeite dort seit der Eröffnung Ende März – schön ist es dort! War sonst noch was im März? – Ich glaube nicht, und wegen dem Umlaut im Monatsnamen gibts nur die Note 3-!
  4. April – Schönes Wetter, viel Arbeit in diversen Lokalen und der Uni, gerade mal zwei Geburtstagskinder (die mir gerade so einfallen) und 2 Wochen Haus- und Hundesitter, weil die Eltern im Urlaub weilen. Nur, dass man sich bei einem Fahrradsturz eine Schulter auskugeln muß – grausam, aber mit Schmerzmitteln wird das schon wieder! Oh, draußen ist Bielefeld: hübsch haben die das hier … und draußen sind 2 Mitarbeiter von der Bahn: Einer streut was gegen Glätte am Bahnsteig und der zweite läuft hinterher und prüft den Erfolg. Achso, der April bekommt wegen der guten Scherze am Monatsanfang die Note 2-!
  5. Mai – Traditionell habe ich auch dieses Jahr wieder vergessen, mich pünktlich um eine Reisemöglichkeit zur SAP-Jahreshauptversammlung in Mannheim zu kümmern. Also fand das ganze ohne mich statt. Stattdessen widmete man dem Großeinkauf für ein ausgiebeiges Grillfest am Himmelfahrtstag die freigewordene Zeit. Diese Entscheidung sollte sich wenige Tage später als richtig herausstellen. Ein schöner Nachmittag und abend! Wegen des guten Wetters 2+ ist die Note!
  6. Juni – Während ich dies schreibe, stelle ich aus dem Zug hinaus zu meiner Freude fest, das Gütersloh wirklich nicht so hübsch ist. Das kann auch die frische Schneedecke nicht verdecken. Ansonsten war ja auch der Juni das erste Opfer des Sommerloches. Ansonsten gab es noch eine Hochzeit, die ich servierend erlebte und die kleine Madeleine als einziges Geburtstagkind. Note: 3!
  7. Juli – Ein paar schöne Tage in Bonn, bei der Friederike, mehr hatte der Juli so nicht zu bieten. Achso, Sina wurde 30! Hipphipphurra! Ansonsten ging mir das Sommerloch weiterhin auf die Nerven! Note: ebenfalls 3!
  8. August – Ende mit dem Sommerloch (zumindest gegen Ende des Monats) und Start frei für mein „Projekt Halbmarathon“. Meine erste Sandkehrwa in Bamberg – was für ein Erlebnis. Eine ganze bayerische Stadt und ist auf den Beinen und betrinkt sich mit Bier – von jung bis alt, morgens bis abends, klein bis groß – naja, für norddeutsche Gäste gabs gefühlt nur die größeren Biergrößen von mindestens einem halbem Liter je Becher. Die Rasse des sogenannten „Assikus Festus“ (Ein halbstarker Teilzeit-Launeschädling sich erst zu Hause betrinkt, und dann mit einer mitgebrachten Flasche Apfelkorn oder billigem Dosenbier auf einem Stadtfest bis zur Besinnungslosigkeit betrinkt) scheint südlich des Ruhrpotts nicht so weit verbreitet zu sein. Auf jeden Fall laufen die jungen Damen aus Bamberg dann wirklich in einem waschechten Dirndl durch die Gegend. Weil das Wetter gut war, Arnd ein guter Gastgeber war und das Wetter fast schon zu gut war, gibt es trotz der fehlenden Klimatisierung im Bamberger Nahverkehr eine 2+ als Note des Monats.
  9. September – Schon wieder eine Hochzeit – diesmal durfte ich diese als geladener Gast erleben und mich verwöhnen lassen. Zunächst die Marienkirche, anschließend Mc Café an der Lohmühle (inoffizielle Zwischenstation) und anschließend ein kleines Schloß in der mecklenburgischen Einöde war der Ort zum feiern – wahrscheinlich deshalb hatten drei viertel der Hochzeitgesellschaft den Abend über keine Verbindung zum Mobilfunknetz. Ich danke Arne & Caro trotzdem für einen wundervollen Tag. Dann beschehrte uns dieser spätsommerliche Monat noch einen Nightwash-Besuch, der mich zwischen Fremdschämen und kringeln vor lauter Lachen hin- und herschwanken ließ. Deshalb die Erkenntnis des Monats: Lache lauter als diejenige, für die Du dich fremdschämst, um den Zwang sich fremdschämen zu müssen auf anderen abzulegen bzw. zu projezieren. Aufgrund des Lachens: Note 2 glatt!
  10. Oktober – Die Einschläge kommen näher: Es gibt einfach recht viele Geburtstage im Oktober. Und zwischendrin: Wahrscheinlich der Höhepunkt des Jahres (zumindest in sportlicher Hinsicht) – mein erster Halbmarathon (fertiggestellt in 2 Stunden 1 Minute und 43 Sekunden). Meine Schwester und die anspruchsvolle Streckenführung (immer geradeaus) hatten mich damals im August zur Anmeldung überredet. Immerhin 2,75 Monate hatte ich für die Vorbereitung investiert.
  11. November – So langsam sollte ich mir einen Katalog bestellen! Nur noch ein Jahr, bis ich 30 bin und vor einem Rathaus der Republik eine Menge kleiner Dinge zusammenfegen muß…oder ich buche einen weit entfernten Pauschalurlaub…
    Und ansonsten hatte der November nur den Bildungsstreik zu bieten, der meine Fahrten zur Uni zu einer Lotterie des Veranstaltungsortes der von mir zu besuchenden Vorlesung werden ließen. Mehrere Wochen lang, die mich eher aufregten, als mir in meinem Studium weiterzuhelfen.
  12. Dezember – Dieser Monat läuft ja noch. Er wird wohl in Bonn zu Ende gehen, wenn die Bahn es noch schafft, Michael und mich rechtzeitig dorthin zu bringen. Ansonsten kam Weihnachten ja wieder mal plötzlich und ist schon wieder auf einen 24. im Dezember gefallen. Merkwürdig. Wahrscheinlich war es in Lübeck in diesem Jahr der letzte Weihnachtsmarkt ohne „Einheitsbude“ sein wird. Immerhin einmal habe ich bei 12 Grad über Null einen Kontrollgang über ebenjenen unternommen.

Und in der Rubrik Sonstiges:

  • Wir feierten die Damen-Nationalelf als Europameisterin.
  • Wir feierten Deutschlands erste „weibliche Doppelregierung“.
  • Wir feierten in Norwegen wird die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe.
  • Wir feierten 60 Jahre NATO.
  • Wir feierten 60. Jahrestag der Ausrufung der Volksrepublik China.
  • Wir feierten 20 Jahre Mauerfall.
  • Wir feierten das Aus von Quelle.
  • Wir feierten 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland.
  • Wir feierten 40 Jahre Billy-Regal.
  • Wir feierten 150 Jahre Kölner Hauptbahnhof.
  • Wir feierten 400 Jahre Keplersche Gesetze.
  • Wir feierten 40 Jahre 1. Mondlandung.

Im nachheinein soweit ein ziemlich tolles Jahr, vollgestopft mit Jubiläen. Ich wünsche einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bis bald!