Nun habe ich schon wieder mit der Überschrift alles verraten, doch mir ist bis jetzt keine andere / bessere / passendere eingefallen. Und da ich nun schon geschätzte 20 Sekunden in diesen Beitrag investiert habe, bleibt es bei dieser Überschrift. Und die Zeitumstellung kommt ja auch erst gegen Ende dieses Beitrages, sozusagen als Pointe, ins Spiel. Denn eigentlich wollte ich nur abschließend rund um das Projekt „Mein 1. Halbmarathon“ berichten.
Letztendlich habe ich ebenjenen in einer Zeit (netto) von 2 Stunden, 1 Minute und 40 Sekunden hinter mich gebracht. Da ich somit schneller war als jemals zuvor in der Vorbereitung, jedoch nicht in unter 2 Stunden im Ziel war, sind meine Zweifel, die mich in den letzten Wochen begleiteten, eine Zeit „um 2 Stunden“ zu laufen weder bestetigt, noch widerlegt. Niemand ist schlauer geworden.
Euch interessiert sicherlich brennend, wie die vor dem Start veranstaltete Umfrage rund um meine Beine ausgegangen ist. Die Mehrheit empfahl mir, mit glattrasierten Beinen an den Start zu gehen. Aber wie gesagt, kam mir da die Zeitumstellung in die Quere. Irgendwie ging es los, bevor ich Zeit hatte, meine Beine zu enthaaren. Also bin ich mit meinem natürlichen Beinkleid an den Start gegangen.
Also, erzähl ich kurz vom Lauf: Bei hanseatisch schönem Herbstwetter stellte man sich unfern des Marktplatzes auf, um von einem Schuss aufgeschreckt, wie aus der Pistole geschossen rasant loszulaufen. So schnell, wie ich es vorher noch nie getan habe übrigens. Landschaftlich eher bescheiden anzuschauen ging es kurvenlos immer geradeaus stadtauswärts. Mit weiteren Läufern hatte man sogar noch Luft zu plaudern. Bei Kilometer 6 machte ich mich entweder zum Clown oder Übermenschen. Ich konnte die Blicke so schnell nicht konkret interpretieren. Dabei hatte ich nur das Wort „Erst?!“ in die Runde geworfen, als jemand auf das entsprechende Kilometerschild hinwies.
Später, als man den Herrentunnel durchlief, verlor ich meine Plaudergruppe – vermutlich, weil ich schneller als diese wieder aus dem Tunnel herauslief. Als ich mich am Tunnelende wieder umsah, war da denn nur noch dieser bayerische Mitläufer, der anmerkte: „Ja zapperlott und kruzifix noch oans, so steil die mir des g’sagt ham is desch Tunnelsche ja goar net!“ Ich gab ihm recht! Das uns unten im Tunnel schon die führenden Läufer auf deren Rückweg entgegenkamen war da auch schon wieder vergessen, obwohl es recht demütigend wirkte.
Und so plätscherte der Lauf dann weiterhin dahin. Ich versuchte während des Laufes noch ein wenig zu lernen, wie man im vollen Lauf aus Pappbechern trinken kann. Doch dabei scheiterte ich kläglich. Zum Glück war es nur Wasser.
Und so bin ich dann unter dem Jubel von zahlreichen Fans ins Ziel eingelaufen, was dann sogar auch in bewegten Bildern festgehalten wurde, welcheshier zu sehen sein könnte. Dort ist dann auch zu sehen, dass ich eine gar nicht so weite Hose getragen habe, wohl aber die scheinbar weiteste unter allen Teilnehmern.
Und so eine kleine Gratis-Massage nach dem Zieleinlauf hilft auch zurück zu entspannten Muskeln. Leider hatte die freundliche Physiotherapeutin, die mein rechtes Bein in den Händen hatte, einen Freund, der ebenfalls Physiotherapeut ist und mein linkes Bein in den Händen hielt – so wurde es nichts mit einem Kaffee in Begleitung.
So denn, mal schauen wo und wann ich das nächste mal an den Start gehe. Bis dahin denn, ich gebe zurück in die Sendezentrale…