Nun muß ich doch mal meinen Senf zu einer Sache, welche ich eigentlich komplett live übertragenignorieren wollte, hinzugeben. Und zwar das internationale Musikantenstadl – auch bekannt als Eurovision Song Contest.
Für Deutschland in diesem Jahr angetreten Alex Christensen (siehe Abbildung) unter dem Namen „Alex Swings Oscar Sings“ und mit getanzter Verstärkung durch Dita von Teese.
Meine persönlichen Erwartungen an den Titel wären schohttp://www.knatterseite.de/blog/wp-admin/post.php?action=edit&post=880n mit dem Vorletzten Platz übertroffen worden, doch für Alex kam es zunächst mit Platz 20 von 25 besser als befürchtetgedacht. Und nun, nachdem alles, wie jedes Jahr nach allerspätestens einer Woche, in Vergessenheit zu geraten schien und niemand mehr eine Träne über die einkalkulierte Niederlage vergiest, da schlägt Herr Christensen zurück und plaudert zum Beispiel folgende Aussage in Pressemikrofone:

Wer beim Grand Prix mitmacht, muss Masochist sein. … Das Ganze grenzt an künstlerischen Selbstmord.
(in der Bild-Zeitung)

Dazu sage ich: Herr Alex, schön daß wir dich nun anscheinend los sind, denn Sie machen sich selbst mit diesen Worten zum Verlierer der Woche. Doch Christensen meckert nun noch weiter:

Unser Auftritt war musikalisch einwandfrei, da gab es nichts zu mäkeln. Aber wegen der schlechten Punkte mussten wir die schlimmste Häme einstecken.(in der Zeitung Lübecker Nachrichten)

Meine Meinung dazu: Musikalisch Einwandfrei? Wie bitte? Ich glaube, ich höre nicht richtig. Ich habe eben mal eine flüchtige Video-Analyse des Auftritts gemacht und mir sind folgende signifikante Dinge aufgefallen:

  • Der mindestens metrosexuelle dauergrinser Oscar steht stark geschminkt im Vordergrund – das Hemd weit aufgeknöpft und die Hode mit Pailetten überseht. Das führt zu Augenkrebs und Brechreiz – selbst beim Stammpersonal von Moskaus billigstem Strassenstrich.
  • Herr Alex Christensen sitzt etwas weiter hinten an einem Flügel. Warum das? Nehmen Sie doch einfach in einer der Zuschauerreihen platz und lauschen Sie von dort aus den in höchstens 10 Minuten zusammengeschraubten 90er Jahre Plastikdanceflooreinheitsviervierteltaktgedröhn-Pseudoswingimitat. Aber einen Flügel bzw. Klavier scheint mir hier fehl am Platz!
  • Zurück zu Oscar, dessen Gesangsdarbietungen textuell so anspruchsvoll sind, wie das erste „gesprochene“ Wort eines Neugeborenen Kleinkindes.

Deswegen fälle ich folgendes Fazit: Ein von vornherein fehlkonzipierter und antiquierter Auftritt. Auf den wir ganz und gerne hätten verzichten können, auch wenn unser bezopfter Titelheld Herr Christensen die Schuld mit den folgenden Worten wieder einmal auf andere schiebt:

Die haben unseren Auftritt vorab zensiert und uns somit in unserer künstlerischen Freiheit eingeschränkt. Das sind alles Beamte bei der EBU, völlig konzeptlos.

Ich würde zu diesem Stück Musik jedenfalls kein „Kiss kiss bang bang“ machen wollen – von knattern ganz zu schweigen!
Und achso, die Häme, wegen der schlechten Punkte sind verdient und berechtigt. Alle Punkte, die es gab waren doch nur Punkte für die Tanzeinlage von Dita von Teese – von minderjährigen Internetnutzern, die hoffen, dass mit der Punktevergabe doch noch einige Ihrer Hüllen fallen!