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Grundlagenpolitik & ewige Schönheit

Schön müßte man sein…

Ich will nicht schon wieder mit der Finanzkrise argumentieren, aber ich komme wohl nicht drum herum. Also, Lirum Larum, nachdem ich Knop mal wieder besuchte, fiel mir auf, dass ich noch immer Teil eines Gesprächsthemas bin. Ich vermute zu diesem Thema noch immer, dass Patrick Goegebergeneusen (oder so ähnlich) nicht ganz so schön ist. Ja, wir reden hier über Schönheit!
Schönheit ist nämlich wichtig. Und nun muß ich folgenden Absatz auf einer sehr renommierten Plattform für jegliche Art von weltweiten Neuigkeiten lesen:

Nachdem Botoxbehandlungen seit 2002 in Amerika mittlerweile einen Normalitätsstatus erreicht haben und der Körper zu einem durch erschwingliche Eingriffe veränderbarem Statussymbol wurde, stellt sich die Frage nach der Zukunft der Schönheitsindustrie im Schatten der Rezession.

Wenn dass mal nicht unmöglich ist. Auf Deutsch heisst das Nämlich: „Die Finanzkrise ist daran Schuld, dass meine Augen wieder hässliche Menschen wahrnehmen müssen!“ Weil die Deutschen noch immer jeden schönen Scheiß-Trend aus Amerika blind übernehmen.
Schönheit und Finanzkrise. Nun, fragen wir uns doch mal, wie das zusammenpasst. Ganz einfach: Mit eintreten der Finanzkrise haben die Topmanager weniger Geld. Die bezahlen dann den Arbeitern weniger Geld für noch weniger Leistungen grob gesagt. Die Arbeiter (Frei nach: „Brot & Spiele“) können sich so am Wochenende seltener komaartig betrinken. Setzen wir nun komaartiges betrinken und Großraumdiskothek gleich, sollte es eigentlich bei jedem klick machen! Genau, da war doch was in meiner Lieblingsdiskothek namens Inkognito in Celle! Mein absolutes Stammlokal!

In einer Disko in Celle kämpfen Frauen um einen Beauty-Gutschein. Dass es sich um eine Brust-OP handelt, dürfen sie nicht sagen. Denn Behörden und Ärztekammer haben heftig protestiert. […] „Kämpfe um deinen Traum! Sei dabei und gewinne eine Brust-Vergrößerung (oder Verkleinerung) im Wert von 3.700 Euro!“ stand auf den Inkognito-Flyern und -Plakaten. Von Tauziehen und Karaoke war die Rede. Von einem „Erschreck dich nicht-Spiel“, bei dem die Frauen mit verbundenen Augen Titten-Luftballons zerbeißen sollten. Davon, dass sie vor einer Jury den Satz „Ich will neue Brüste, weil…“ vervollständigen sollten. Ein knallbunter Abend sollte es werden, ein Partygag. […]

Das ist ein wenig nach hinten losgegangen. Eine Quelle (www.taz.de) berichtet weiter:

Womöglich haben die Veranstalter geglaubt, an diesem Abend Partygeschichte schreiben zu können. Aber die Leute sind über das platte niedersächsische Land zum Tanzen hergekommen, nicht zum Glotzen und Labern. „Ich finds öd“, sagt der 23-jährige Benjamin. Letzte Woche wäre die Mottoparty viel cooler gewesen, da seien Autos geschrottet worden.

…und weiter…

Tatsächlich ziehen sich die vier Stunden bis zur Entscheidung. Nach der Vorstellungsrunde posieren die fünf leicht bekleideten und stark geschminkten Frauen vor einem Fotografen – es ist der Programmpunkt „Professionelles Shooting“.

…und noch weiter, mit den Worten:

Ab jetzt geht alles ganz schnell. Es ist kurz vor drei, einer der fünf Juroren ist längst gegangen, die anderen plaudern angeregt, und das Publikum will endlich einfach nur tanzen. Der Moderator führt zwei Gogo-Tänzer auf die Bühne, Claudia und Nadine sollen ihre Oberkörper mit Fingerfarbe bemalen. Die beiden Männer versuchen, während die Frauen unter dröhnender Musik ihre Haut grün, gelb und rot beschmieren, körpersprachlich etwas wie sexuelle Stimulation anzudeuten. Sie schließen halb die Augen, wippen in den Knien, kippen ihre Becken vor und zurück, ihre Oberkörper winden sich. Nach einer Minute können sie aufhören. Die beiden Finalistinnen stellen sich vor der Jury auf. Jetzt gilt es. Nadine Leier fasst sich noch mal ein Herz. Sie bückt sich und grapscht einem der Tänzer von hinten zwischen den Schenkeln hindurch in den Schritt.

Liebe „VON ANJA MAIER“ von der taz. Sie haben wirklich einen sehr gut lesbaren Artikel verfasst, dafür danke ich jetzt, denn der Artikel endet fast mit den eben zitierten Worten. Doch ich bin mit dem Thema noch nicht durch. Denn „VON ANJA MAIER“ von der taz hat noch einen weiteren Artikel geschrieben. Der Titel lautet: „Schönheits-Oh-Weh – Disko-Brust-Operation verunglückt“!
Nadines linker Brustmuskel ist nun abgesprungen – ja, denn es ist bald wieder Vierschanzentournee… Was für ein Flachwitz. Auf jeden Fall ist das weitaus dramatischer als berühmte der Sprung in der Tasse. Dies wird von Manuela Huduti, der Assistentin der Chefin einer Agentur, mit den Worten:

„Ja, es ist was passiert Aber das geht ganz alleine zu Lasten der Nadine L. […], die habe sich nicht an unsere Anweisungen gehalten“, aber zum Glück habe sie „den ganzen Bockmist, den sie verzapft hat“, unterschrieben.

Was auf jeden Fall passiert ist: Ich berichte von diesen äußerst coolem Ereignis. Damit dann viel Spass vor der Glotze, wenn sich Leute mit Skiern von Sprungschanzen stürzen. Das hat dann hoffentlich nicht mehr so viel mit der Finanzkrise zu tun, wie dieser Artikel, an dessen anfängliche Worte ich mich gerade erinnerte…

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