Gestern habe ich mal so ganz privat ein Buch für mich zur Hand genommen. Fernab von der universitären Lehrliterratur. Ich kann wohl an dieser Stelle vorwegnehmen, dass ich dieses Buch weiterempfehlen könnte. Ob ich das jedoch nun letztendlich wirklich tue, verrate ich erst später. Dafür erzähle ich ich, warum ich in einen Blog von einem Buch schreibe: Ganz einfach. Der ruhmsüchtige Autor, ein raffgieriger Manager oder ein geldgeiler Verleger oder alle drei zusammen haben sich dem Druck der Fanmassen gebeugt und die vom Autor verfassten wöchentlichen Blog-Einträge in einem Buch zusammengefasst. Ist das nicht verrückt? Eine Internethomepage in einem ganzen Buch. Ein Blog zum kaufen, allerdings nur mit gecloseteteten Threads und not-allowed comments. Das finde ich schon ziemlich crazy. Zunächst gehe ich jedoch auf das äußere Erscheinungsbild dieses Stückes Trivialliteratur ein.
Äußerlich fällt neben dem sogenannten Barcode auf der Rückseite ein zum nachdenken anregendes Titelbild auf. ich dachte jedoch nicht darüber nach und blätterte die ersten Seiten durch. Hier keine neuerlichen Überraschungen oder gar Innovationen. Im bekannten Stil ist zeilenweise von rechts nach links zulesen, die Seite sind in dezimaler Schreibweise und ganzzahligen Einerschritten aufsteigend durchnummeriert. Auch das alte Klischee, schwarz auf weiß zu drucken wurde wieder aufgenommen – retro über alles.
Wie kategorisiert man nun dieses Werk, welches sich einseitig mit innovativem Inhalt darstellt, kein Lehrbuch sein möchte und dann doch wieder wie jedes andere aussieht? Darüber wird wohl der Inhalt zu entscheiden haben!
Nun ja, wie soll ich sagen. Der Autor versucht hier einen Spagat über den vorherigen zu spannen. Einerseits heroisiert er seine Taten von vergangenen Wochenenden ein ganzes Jahr lang, betont aber dennoch seine Unterwürfigkeit zu weiteren Protagonisten in jenem Werk. Die klare Linie zwischen Utopie und Realität wird eindeutig nicht gezogen. Es gelingt ihm nicht.
Herr Jens Friebe erzählt hierbei über sein leben an insgesamt ungefähr 52 Wochenenden innerhalb eines Jahres. Von angeblich coolen Partys und Konzerten, Vernissagen und Veranstaltung, die an beliebigen Orten der Republik stattfinden könnten. Ebenso cool könnte der Leser sich auf das Buch setzen, während er jenes liest, denn ebenso viel wie dies möglich zu sein scheint, gelingt es dem Autor das entspannte und durchaus hippe Partyfeeling an den Wortkonsumenten heranzutragen. Jedenfalls wenn man ich ist. Andere Leute können hier wohlmöglich zwischen den Zeilen lesen.
Der Titel des Werkes „Texte zum Durchmachen“ ist somit gerechtfertigt. Jedoch nicht in der Weise, wie es zunächst scheint. Nach der Lektüre denkt der Leser halt: „was hat der Autor nur durchgemacht?“ Doch Mitleid kommt hierbei nicht auf. Dieses Werk wird nicht zur Gabe unter dem Weihnachtsbaum empfohlen.